Lückenhafte Lieferketten

Kolumne mit Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner

Dr. Jörg Zeuner ist seit Juni 2019 Chefvolkswirt und leitet den Bereich Research & Investment Strategy des Portfoliomanagements von Union Investment. Seine Einschätzung zu aktuellen Kapitalmarktthemen lesen Sie einmal in der Woche an dieser Stelle.

14. Sepmteber 2021 – Bauholz wird teurer, Solarpanele können nicht zusammengebaut werden und den Farbherstellern fehlen wichtige Komponenten. Auch wer ein neues Fahrrad kaufen will, muss sich auf monatelange Wartezeiten einstellen. Die Lieferengpässe bei diversen Rohstoffen und Vorleistungsprodukten sind längst in unserem Alltag angekommen. Und nicht nur dort: Statistisch ließ sich an den jüngst gesunkenen Importzahlen für Deutschland ablesen, dass der Warenverkehr nicht rundläuft. An den Kapitalmärkten wächst nun die Sorge, dass die unterbrochenen Lieferketten auch in den Unternehmenszahlen ihre Spuren hinterlassen. Genährt werden die Befürchtungen durch die Tatsache, dass erste Konzerne mit Verweis auf Lieferengpässe ihre Prognosen für das laufende Quartal senken.

Tatsache ist: Die Lücken in den Lieferketten werden sich bis zum Jahresende nicht schließen lassen. Dafür stecken wir noch zu tief in der Corona-Pandemie. Aber: Die Nachfrage nach den Produkten ist anhaltend groß. Denn die Konjunktur läuft. Es gibt also wenig Anlass zur Sorge, warum die jetzt nicht verfügbaren Waren, nicht etwas später auch noch verkauft werden können. Deutschlands Wirtschaft könnte also in den ersten Monaten des kommenden Jahres von Nachholeffekten profitieren. Bis dahin müssen wir an den Börsen immer mal wieder mögliche Rücksetzer einkalkulieren, wenn Unternehmen ihre Gewinnprognosen korrigieren. Echter Verkaufsdruck sollte sich aber daraus nicht aufbauen.

Marktbarometer Juni

Lieferengpässe wirken sich auf die Produktion aus

Patrick Schuchter, Portfoliomanager, erklärt die Hintergrunde aus dem Transportsektor.                      

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